Topografie – was ist das?

 Seit über 100 Jahren kann man die Form der Hornhaut rein optisch messen. Inzwischen projeziert ein Topograf ein Ringmuster auf die Hornhaut, fotografiert und berechnet ein komplettes Bild der Hornhautform.
Besonderheit:  unser TMS4-Gerät kann bis zu 60000 einzelne Messungen zu einer farbigen „Landkarte“ zusammensetzen.

Wäre das Auge eine genaue Kugel würde die Topografie aus sehr regelmäßgen Ringen in den von rötlich bis blau verlaufenden Farben bestehen.
Augen sind nicht so gleichmäßig, außerdem ist jedes Auge etwas anders gekrümmt, auch gesunde und normale und gut sehende Augen.

 

Tausende von einzelnen Messungen (Punkte auf dem Bild) ergeben ein farbiges Bild.

 

Das Mapping. In feinen Abstufungen kann jede Krümmung, jede A-Symmetrie erkannt werden.
Besonderheit:  mit unseren speziellen Maßanfertigungen können wir dies dann individuell auf der Linsenrückfläche berücksichtigen, denn nur bei Einzelanfertigungen gibt es diese feinen Abstufungen und Tausende von Form-Kombinationen. DAS IST ANPASSEN, nur so passt es!

Die Topografie-Messungen sind bei uns ein wichtiger Bestandteil der Anpassung und im Preis enthalten.  Externe Messungen beim Augenarzt oder in Kliniken müssen oft mit 50 bis 80 Euro privat bezahlt werden (keine Erstattung durch die Krankenkassen).

 

Keratokonus – was ist das?

Keratokonus ist eine irreguläre Verformung der Mitte der Hornhaut. Die Hornhautmitte verlagert sich meist nach unten und wird dünner und schwächer. Diese Krankheit ist genetisch bedingt und nicht heilbar, meistens tritt sie zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf. Am Anfang (beginnender K.) kann man mit einer Brille noch gut sehen, beim fortgeschrittenen K. ist gutes Sehen nur noch mit einer hartflexiblen Contactlinse möglich. Die Hornhaut verändert sich schubweise, Phasen des Stillstands und der Progression wechseln sich ab. Das Tragen von gut passenden Hartlinsen kann aktuelle Progression zum Stillstand bringen und für viele Jahre konstant halten, dieser therapeutische Effekt ist anerkannt.

TMS4 – Bestmögliche Topografie zur Ermittlung der exakten Hornhautform

Wir messen die Hornhaut digital mit vielen Tausend Videopunkten, die daraus berechnete Topografie zeigt uns die Krümmung (Torizität) wie eine Landkarte, farbig und detailliert. Zusätzlich können frühere und aktuelle Messungen miteinander verglichen werden, um Veränderungen zu finden.

Normales Auge:   symmetrischer                                      Keratokonus: Vorwölbung unterhalb ringförmiger Form/Farbverlauf                                          der Hornhautmitte (a-symmetrisch !)

Der Ablauf einer Contactlinsen-Anpassung bei Keratokonus:

komplette Untersuchung des Auges, der Lider, Träne und Sehvermögen

Messung, Auswertung und Besprechung der Topografie, Feststellung der Besonderheiten der keratokonischen Verformung (A-Symmetrie) und Festlegung des erforderlichen Linsentyps.

besonderer Linsentyp hier „quadranten-spezifisch“ , mit bis zu vierzehn verschiedenen Zonen kann jeder Bereich der individuellen Hornhaut genau berücksichtigt werden, z.B. oben ein ganz flacher Bereich und unten eine starke Krümmung: eben auch a-symmetrisch !

Nach Abschluß aller Messungen erfolgt die Bestellung einer maßgefertigten Linse in Einzelanfertigung.
Bild:  im Durchlicht und mit den eingezeichneten Hilfslinien erkennt man die sehr komplizierte Form und die vielen aneinander gereihten Zonen dieser Quadranten-Linse. Erst nach vielen Hundert Anpassungen beherrscht man als Anpasser solche komplexe Geometrien, dann aber gelingt einem damit das ein oder andere kleine Veträglichkeits-Wunder !!!

Patienten mit Keratokonus gehören in kundige Hände eines erfahrenen Contactlinsen-Spezialisten, bei Anfängern und Hin- und Wieder-Anpassern haben sie keine Chance. Für „billig“ und „schnell“ sollten Ihnen Ihre Augen zu schade sein.

Keratokonuslinsen werden von den privaten Versicherungen i.d.R. komplett erstattet. Für gesetzlich Versicherte erstellen wir unter Vorlage einer gültigen ärztlichen Verordnung einen Kostenvoranschlag bei ihrer Krankenkasse, der einzeln geprüft und entschieden wird.

Es gibt viele Weichlinsen-Materialien: warum?

Deswegen:
im Laufe der letzten 30 Jahre sind immer wieder neue Materialien entwickelt worden, also gibt es viele! Aber nicht alle haben sich bewährt, andere sind seit vielen Jahren unübertroffen und werden weiter produziert.

Die eine Sorte sind die wasserhaltigen (hydrophilen) Kunststoffe, die wie ein Schwamm funktionieren. Sie saugen Wasser (Träne) auf, sind dann weich und liefern eine ziemlich knappe Sauerstoffversorgung für die Hornhaut (6-12 Stunden). Sie sind schön weich, lassen sich dünn, exakt und trotzdem günstig herstellen,  und einfach in der Pflege.

Die neuere Sorte enthält einen hohen Silikonanteil, der eine sehr gute Sauerstoffversorgung gewährleistet. Dadurch sind lange Tragezeiten möglich. Aber das Material ist schwierig und instabil in der Herstellung und in der Pflege und kurzlebig. Außerdem hat Silikon eine Steifigkeit, die eine besonders gute Passform ratsam werden läßt, am besten als Maßanfertigung. Da es aber fast immer als simple Tages- oder Monatslinse (ohne Anpass-Möglichkeit !) vermarktet wird, erzeugt es oft mehr Probleme  als es lösen kann.

Contactlinsen-Spezialist Rieping bietet beide Typen an, selbstverständlich nur als Maßanfertigung.

Fremdkörper-Gefühl bei harten Linsen: warum?

Deswegen:
die Lidränder besitzen sehr empfindliche Berührungsnerven, die vor potentiell schädlichen Objekten warnen sollen. Der Linsenrand berührt nun bei jeder Augen- und Linsenbewegung den Lidrand, das ist das Kitzeln und Kratzen. Die Nerven merken aber schnell, dass die Linse keine Schäden verursacht, sie geben immer schwächere Signale ab und verstummen dann. Diese Desensibilisierung nennen wir „Gewöhnung“, sie dauert von wenigen Minuten bis einige Wochen.

Erste Voraussetzung:   möglichst gute Passform der Contactlinsen, also Maßanfertigung!

Zweiter Rat:   abwarten!

Dritte Maßnahme:   Jede unserer Linsen bekommt einen perfekt feinen und dünnen Rand „made by Chef“.  Diese handgeschliffenen Ränder sind nur noch halb so dick wie der originale maschinengedrehte Rand!

Trockene Augen bei Bildschirmarbeit: warum?

Deswegen:
beim konzentrierten Arbeiten (oder spielen!) und starrem Blick auf den Bildschirm ist es normal, dass wir zuwenig blinzeln. Bei normaler Aktivität blinzeln wir etwa alle 10 Sekunden, unsere Träne schützt diese Zeit die Hornhaut vor Austrocknung und Infektionen aus der Luft. Wenn dann der nächste Lidschlag ausbleibt, reißt der Tränenfilm auf und die Hornhaut ist schutzlos wie eine offene Wunde. Kein Wunder, dass sie bei 35° Oberflächentemperatur schnell austrocknet und sich Rötung einstellt.

Vorsicht:  die Lösung kann nicht sein, mit künstlicher Träne nachzuhelfen und dann weiterhin zu wenig zu blinzeln!!!!!!  Sie müssen wieder blinzeln lernen.

Dennoch:  ein bisschen mehr Feuchtigkeit (Träne) tut gut, aber eben besser natürlich als künstlich. Versuchen Sie ab und zu kräftig zu gähnen, dann kommt ein kleiner Schuß Extraträne, den Sie dann nur noch verteilen müssen, also per Blinzeln. Das hilft wirklich, probieren Sie es.